THE EVERETTES – s/t

Es gibt Bands, die jahrzehntelang musizieren und sich in dieser Zeit kaum verbessern. Und es gibt auf der anderen Seite auch Bands, bei denen bereits das Debüt musikalisch dermaßen ausgereift klingt und ebenso perfekt produziert wurde, dass man sich kaum wundert, dass sie bereits vor der Veröffentlichung Auftritte auf dem Baltic Soul Weekender und dem großen Lollapalooza-Festival einheimsen konnten. Letzteres trifft auf THE EVERETTES zu, die mit ihrem unbetitelten ersten Longplayer klassischen Neosoul frönen und mit dreifachem weiblichem Gesang und einer ausgebildeten Backing Band auf den Dancefloor bitten. Hier erklingt das Saxofon, lassen die Percussions das Tanzbein schwingen und die souligen Stimmen bereits beim ersten Hören die Melodien mitsummen. Perfekt für eine Show-Band auf jeder Hochzeit oder jedem Soul-Festival und nahezu vergleichbar mit der Motown-Gala-Show, die es vor kurzem noch im St. Pauli Theater zu sehen gab. Warum also nicht die volle Punktzahl? Aus musikalischer Sicht wäre dies sicherlich gerechtfertigt, aber mir fehlt auf dieser Platte die Inbrunst und der Wahnsinn, vielleicht auch ein wenig das Unperfekte, was Bands wie KING KHAN & THE SHRINES oder zuletzt auch TAMI NEILSON auszeichnet. Dazu passt, dass die Songs von THE EVERETTES zum Ende auch gerne mal ausgeblendet werden.

Versteht mich nicht falsch: im Grunde gibt es an diesem Album kaum etwas zu kritisieren, und wer hier lieber 10/10 Punkten gegeben hätte, liegt keineswegs falsch. Für meinen Geschmack aber ein bisschen zu perfekt. (7/10)

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