RUE ROYALE – 22.10.2018, Häkken (Hamburg)

Ich habe RUE ROYALE mittlerweile schon zwölfmal live gesehen. Das spricht nicht nur dafür, dass ich ein großer Fan dieses Indiefolk-Duos bin, sondern es zeigt auch, dass das Pärchen in Sachen Liveaktivitäten sehr umtriebig ist. Das war nicht unbedingt zu erwarten, insbesondere nicht nach der Geburt ihrer Tochter. Inzwischen ist die Kleine aber auch kein Baby mehr, und irgendwie haben ihre Eltern es geschafft, dass auch unter den erschwerten Lebensbedingungen die Musik nicht zu kurz kommt, was ihre Fanschar mit Dank zur Kenntnis nimmt. Just erschienen ist mit “In parallel” ihr viertes Album, das es bei uns bis zum Album-Tipp geschafft hat. Und es gefällt mir tatsächlich sogar noch ein bisschen besser als die ebenfalls sehr guten Vorgängeralben. Doch wie stellte sich das Ganze live dar? Würden sie die Drums, die diesmal von einer dritten Person eingespielt wurden, live durch Samples und die obligartorische Bassdrum und eine Standtom ersetzen? Oder treten die beiden nun tatsächlich in neuer Formation auf?
Die Auflösung darauf ließ sich bereits während ihres Supports RYAN O’ REILLY, einem klassischen Singer/Songwriter mit Mundharmonika und Wandergitarre, erahnen. Denn im Hintergrund stand ein Schlagzeug bereit, und tatsächlich ließen sie sich auf ihrer aktuellen Tour von Stefan Wittich (u.a. TELE, GESCHMEIDO) an den Drums begleiten. Und zwar nicht nur zu den neuen Stücken, sondern auch zu älteren Songs, was dem Set insgesamt mehr Abwechslung und auch mehr Drive verlieh. Überhaupt ist es positiv zu vermerken, dass das Set kunterbunt über alle vier Alben und die “Single eye and an echo”-EP verteilt war und zwischendurch auch noch ein paar Songs ohne Begleitung an den Drums eingebaut wurden, wo der Gesang folglich etwas mehr im Fokus stand. Abgeschlossen wurde das Set mit einer neuen Version von “U.F.O.” als Zugabe. Ob die Konstellation als Trio nur als vorübergehendes Projekt gedacht ist, bleibt abzuwarten. In einem Video nach der Tour kündigte Brooln an, dass im Dezember ein paar Konzerte als Duo folgen würden und sie anschließend wieder als Trio unterwegs seien. Beides steht ihnen sehr gut!

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