NO SUGAR – Rock´n´Roll isn´t boring, it´s you

Bei NO SUGAR spielen altbekannte Gesichter mit, die in den letzten Jahren bereits bei diversen norddeutschen Punk-Formationen wie STUMBLING PINS, NO WEATHER TALKS oder PLASTIC PROPAGANDA ihr Unwesen getrieben haben. So richtig in die Punkrock-Schublade einsortieren lassen sich die 11 Lieder auf diesem Debüt trotz ihrer überwiegenden 3-Akkorde-Reduzierung allerdings nicht, denn NO SUGAR lassen in ihren Sound ebenso klare Einflüsse aus Rock´n´Roll oder Powerpop aufblitzen. In Verbindung mit den wechselnden männlichen und weiblichen Gesangsstimmen ergibt sich somit ein ziemlich abwechslungsreiches Album, das sowohl ruhigere („Sons of guns – daughters of doom“, „Suburban shoes & first band blues“) als auch tanzbare („Time´s up“, „Pizza girl*“) bereit hält. Mindestens ebenso wichtig wie die Musik sind zudem die Inhalte, die NO SUGAR in ihren Songs vermitteln, denn queer-feministische Themen nehmen in ihren Texten eine zentrale Rolle ein. Dass „Rock´n´Roll isn´t boring, it´s you” in meiner Gunst trotz guter Ansätze nicht über das gehobene Mittelmaß hinaus kommt, liegt vor allem daran, dass mich – mit Ausnahme des Wave-lastigen Stücks „Can´t help my generation“ – keines der Lieder auf Anhieb mitzureißen vermag.

Bewertung: 6,5/10

Veröffentlichungsdatum: 04.10.2019