NIELS FREVERT – Putzlicht

Zweifelsohne – NIELS FREVERT ist dem Mainstream zuzurechnen. Das war zu Zeiten von NATIONALGALERIE schon so, und das hat sich auch 26 Jahre nach „Evelin“ nicht geändert.
Was NIELS FREVERT aber von dem Gros der Radiomusik abhebt, sind seine aufwendig arrangierten und groß orchestrierten Songs, die melancholischen Texte und seine warme, Geborgenheit ausstrahlende Stimme. Dass viele Texte auf „Putzlicht“ ziemlich depressiv ausfallen, zugleich aber keine Hoffnungslosigkeit ausstrahlen, ist Freverts poetischer Symbolik zuzuschreiben. Und diese Gratwanderung zwischen Beklommenheit und Aufbruch glaubt man auch in der Musik zu erkennen. Vielleicht liegen Freverts Mitmusiker gar nicht so falsch, wenn sie ihm eine gewisse Jazzaffinität in den Akkordabfolgen zuschreiben.
Zugleich sorgt aber ein erfahrener Komponist und Musiker wie Philipp Steinke (u.a. BOY, REVOLVERHELD, ME AND MY DRUMMER, aber auch MICHELLE, ANDREAS BOURANI und MARK FORSTER) für die nötige Zugänglichkeit, die schließlich dazu führt, dass nicht nur Musiknerds etwas mit Freverts Soloalben anfangen können. Auch wenn am Ende nicht ausschließlich so großartige Songs wie „Immer noch die Musik“ herauskommen, ist „Putzlicht“ allemal ein gutes Album geworden.

Bewertung: 7/10

Veröffentlichungsdatum: 06.09.2019