NIELS FREVERT – 19.10.2019, Mojo Club (Hamburg)

Für Musiker wie NIELS FREVERT ist ein Konzert in Hamburg ein Heimspiel. Erst recht natürlich dann, wenn man für fünf Jahre nicht mehr in der Hansestadt gespielt hat und das letzte Album bereits genauso lange in der Vergangenheit liegt. Da wundert es auch nicht, wenn der Club am Anfang der Reeperbahn bereits im Vorfeld ein „Ausverkauft“ vermeldet.
Supportet wurde er von FLORIAN GLÄSSING, der zwar aus Berlin kommt, songwriterisch aber genauso gut aus dem Norden stammen könnte. Ein bisschen KETTCAR im Gesang, etwas mehr Americana-Feeling an den Instrumenten – Florian passte stilistisch schon ganz gut ins Vorprogramm von Niels, was auch vom Publikum entsprechend honoriert wurde.
Doch wirklich gewartet wurde natürlich auf NIELS FREVERT, der sich mit seinem neuen Album „Putzlicht“ viel Zeit gelassen hatte und, wie man den Texten unschwer entnehmen kann, in der Zwischenzeit offenbar auch einige Krisen überwunden hatte. Umso kraftvoller, vielleicht auch etwas mainstreamiger fiel nun sein mittlerweile sechstes Album aus, das er heute in voller Bandbesetzung wiedergab. Zugleich stellte das Heimatkonzert auch das letzte Konzert seiner „lauten“ Tour dar, während im Dezember noch zehn akustische Konzerte in anderen Städten folgen werden.
Eröffnet wurde sein Set mit „Leguane“ und „Wind in Deinem Haar“ von seinem neuen Album, bevor eine Handvoll älterer Songs folgte. Gefeiert wurden alle Stücke, die Singles noch ein wenig mehr, aber einen überragenden Applaus bekam „Immer noch die Musik“, mit dem Niels anscheinend eine perfekte Single abgeliefert hat. Doch der Applaus galt nicht nur ihm und seiner einnehmenden Stimme, sondern auch seinen Mitmusikern, die ein perfektes Konzert hinlegten, das qualitativ nicht weit von der Studioaufnahme entfernt war. Insbesondere Christoph Bernewitz möchte ich an dieser Stelle erwähnen, den man als Gitarristen auch schon unter anderem bei TIM NEUHAUS und CLUESO erleben durfte, und der mit seiner Fender Jazzmaster eine glasklare zweite Gitarre über die Stücke legte. Ob die Akustik-Tour genauso beeindrucken wird, wird sich im Dezember zeigen. Empfehlen würden wir die Tour bereits jetzt.

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