MOGWAI – Über Beständigkeit und Fußball

Foto: Francesca Sara Cauli // francescasaracauli.com

Im September erschien mit “Every country’s sun” das neunte Studioalbum von MOGWAI. Für die Produktion kehrten die Glasgower zurück nach New York zu Dave Fridmann, der bereits bei „Come on die young“ (1999) und „Rock action“ (2001) an den Reglern saß. Man hat den Eindruck, dass Fridmann mit dafür verantwortlich war, dass das neue Album der Schotten wieder etwas rauer klingt, sie scheinbar zurückkehren zu ihren Wurzeln.
Vor dem Konzert im Docks hatte ich Gelegenheit, mit Gitarrist Stuart Braithwaite ein wenig über das neue Album zu plaudern und die 22jährigen Bandgeschichte Revue passieren zu lassen. Und natürlich ging es am Ende auch noch um das Thema Fußball.

Auch wenn “Every country’s sun”, Euer neues Album wieder etwas rauer geworden ist, seid ihr im Laufe der Jahre immer positiver und farbenfroher geworden. Ich habe gelesen, dass es sich bei einem „Mogwai“ um ein dämonisches Fabelwesen der chinesischen Mythologie handelt. Im Grunde müsstet Ihr Euch inzwischen ja ein neues Fabelwesen als Bandnamen aussuchen.
Ja, aber es ist jetzt zu spät, wir können ihn nicht mehr ändern. Um ehrlich zu sein, wussten wir jahrelang gar nichts von der Bedeutung des Namens und denken auch nicht ernsthaft darüber nach. Aber ich stimme Dir zu, dass unsere Musik sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt hat und insgesamt positiver geworden ist. Wobei wir bei dem neuen Album auch viele Aufgaben an Dave (Fridmann; Anm. d. Red.) abgegeben und ihn entscheiden lassen haben. Mit „Every country’s sun“ sind wir jedenfalls sehr glücklich.

Wieso seid Ihr eigentlich nach so langer Zeit wieder zu Dave Fridmann zurückgekehrt?
Wegen der Isolation. In New York konnten wir uns einzig und allein auf das Album konzentrieren. Gleichzeitig war Dave aber auch sehr involviert. Er hatte einen großen Anteil an unserem Album, nicht unbedingt am Songwriting, aber an den Arrangements. Und er ist eine Person, der wir vertrauen.

Ihr macht nun seit 22 Jahren gemeinsam Musik – wie hält man eine Band über einen so langen Zeitraum aufrecht?
Ich denke, es hängt auch damit zusammen, dass man sich mit dem Alter seine Zeit besser einteilt. Als wir jung waren, war alles noch so neu und aufregend, und man hat versucht, alles mitzunehmen, was um einen herum passiert. Inzwischen gehen wir fokussierter vor.

Fühlt sich die Band für Dich denn inzwischen mehr wie ein Job oder noch immer wie ein Hobby unter Freunden an?
Irgendwas dazwischen. Wir mögen noch immer das, was wir machen, aber mit gewissen Verpflichtungen fühlt es sich auch manchmal wie ein Job an.

Ich finde, es gibt einen ganz spezifischen MOGWAI-Sound, der sich durch alle Alben zieht. Kannst Du Dir vorstellen, dass ihr diesen roten Faden irgendwann verlasst und komplett neue Dinge ausprobiert?
Ich glaube, wir müssen nicht zwanghaft unseren Sound verändern. Wir machen einfach Musik, und wenn Veränderungen auftreten, dann geschieht das eher auf natürliche Art und Weise. Aber irgendwie werden wir wohl immer nach MOGWAI klingen.
Vielleicht hängt es auch ein wenig damit zusammen, dass wir bisher kaum Besetzungswechsel hatten. Es war für uns eine Überraschung, als John
(Cummings, Anm. d. Red.) die Band verließ, aber er wollte etwas anderes machen. Ich glaube, wir mögen alle den Umgang miteinander und sind inzwischen schon länger miteinander zusammen als mit unseren Partnern.

In der letzten Zeit habt Ihr Euch ja verstärkt in Soundtracks zu Filmen ausgedrückt, u.a. über Zinedine Zidane.
Ja, wir machen das sehr gerne. Es ist außerdem eine willkommene Abwechslung und auch eine Herausforderung.

Apropos Zidane. Wenn ich richtig informiert bin, seid Ihr alle Fußball-Fans.
Ja, genau. Celtic.

Ich bin Fan von Borussia Mönchengladbach.
Ach, stimmt, wir haben letztes Jahr gegeneinander gespielt! Das war ein gutes Match!

Inzwischen tendieren ja immer mehr Engländer zum Amateurfußball bzw. Bundesliga, weil die Premier League unbezahlbar geworden ist. Wie sieht es in Schottland aus?
Ich versuche nach wie vor, so viele Celtic-Spiele wie möglich zu sehen. Es ist auch bei uns recht teuer geworden, aber nicht so krass wie in England. Dort gibt es definitiv ein Problem. Bei uns ist allerdings auch Alkohol in den Stadien verboten. Da seid Ihr definitiv zu beneiden!