JD EICHER & MATT BROWN – 16.03.2018, Hamburg (Burg Henneberg)

Die Tatsache, dass in Hamburg eine Burg steht, dürfte selbst den meisten Einwohnern der Hansestadt nicht geläufig sein. Dabei handelt es sich vermutlich sogar um die kleinste Burg der Welt! Die Rede ist von der Burg Henneberg, direkt am Alsterlauf im Hamburger Stadtteil Poppenbüttel gelegen. Das Gemäuer wurde vor ca. 130 Jahren als Miniatur-Nachbildung der „echten“ Burg Henneberg in Thüringen im Miniatur-Maßstab 1:4 errichtet, verfiel im Laufe der Jahrzehnte jedoch immer mehr und wurde erst in den Neunziger Jahren restauriert sowie unter Denkmalschutz gestellt. Dank einer gemeinnützigen Stiftung ist die Burg Henneberg im Rahmen kultureller Veranstaltungen inzwischen öffentlich zugänglich. So kam es, dass auch wir an einem ungewöhnlich kalten Märzabend dieses architektonische Kleinod besuchen durften: Die amerikanischen Singer/Songwriter JD EICHER und MATT BROWN legten im Rahmen ihrer aktuellen Deutschland-Tour einen Zwischenstopp in diesem märchenhaft anmutenden Ort ein, um dem aus Kulturinteressierten unterschiedlichster Couleur bestehenden Publikum ein exklusives Akustik-Konzert zu kredenzen.
Der lediglich ca. 25qm große „Rittersaal“ bot mit seinem eisernen Kerzenkronleuchter und dem Kaminofen hierzu ein passendes Ambiente und wirkte für die intime Atmosphäre dieser Veranstaltung wie geschaffen. Auch die beiden Musiker waren schwer beeindruckt und schwärmten von „most cute place we´ve ever played“. Was die musikalischen Aspekte des Abends betraf, fiel dem fachkundigen Hörer zunächst einmal die unterschiedliche Herangehensweise der beiden Songwriter auf: Auf der einen Seite JD EICHER mit Liedern, die sich inhaltlich meist um zwischenmenschliche Beziehungen drehen und auf seinem gefühlvollem Akustikgitarrenspiel mit stellenweise recht unkonventionellen Pickings basieren. Auf der anderen Seite MATT BROWN, der mit seiner Fender Telecaster eher im Stile eines ERIC CLAPTON agiert und auch gerne mal über andere weltbewegende Themen wie beispielsweise Whiskey oder Gitarren singt. Ungeachtet dessen harmonierten die beiden jedoch ausgesprochen gut, denn sie unterstützten sich bei ihren im regelmäßigen Wechsel gespielten Liedern gegenseitig und warfen sich auch bei ihren Ansagen die sprichwörtlichen Bälle zu. Des Weiteren konnten die beiden das Publikum schnell mit ihrer sympathischen Art für sich vereinnahmen und diesem zum Ende hin sogar den einen oder anderen Singalong entlocken. Nicht minder sympathisch waren übrigens die Veranstalter, die die ungefähr 50 Besucher im Rahmen einer viertelstündigen Konzertpause den eisigen Temperaturen zum Trotz zu einem Glühweinumtrunk vor den Burgmauern einluden. Eine tolle Geste, die zusätzlich dazu beiträgt, dass dieser besondere Abend allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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